Billigere Tickets für Bundesliga-Spiele von Hertha BSC und von Alba Berlin, Rabatte für den Zoo: Mit dem Berlinpass sollen ärmere Hauptstädter ermäßigt Zugang zu Freizeit-, Sport- und Kultureinrichtungen bekommen. Wir erklären, wer die Rabattkarte bekommt und wo es die Preisnachlässe gibt.
Insgesamt 700.000 Berliner gelten laut dem Senat als hilfsbedürftig. Sie können ab dem 1. Januar 2009 den Berlinpass nutzen. Mit dem ausklappbaren Ausweis, der im Format an eine Bankkarte erinnert, bekommen die Empfänger von Hartz IV, Sozialhilfe, Grundsicherung und Asylbewerber billigere Eintrittskarten zu Veranstaltungen in der Hauptstadt.
Ermäßigungen gibt es mit dem Berlinpass für die Philharmonie, die Berliner Bäderbetriebe, für Sportvereine oder den Tierpark Friedrichsfelde. Der Basketballklub Alba Berlin bietet künftig ebenso reduzierte Tickets anbieten wie die Fußballvereine Hertha BSC und 1. FC Union. Beteiligen will sich die Messe Berlin, die Pass-Inhabern verbilligte Tickets zu sieben Euro für die Grüne Woche verkauft.
Ein Teil der Angebote ist mit dem Pass sogar kostenlos. Dazu zählen der freie Eintritt in einige Museen der Stadt, die Nutzung der öffentlichen Bibliotheken und die Mitgliedschaft in Sportvereinen.
„Wir wollen viele kulturelle Angebote für die Betroffenen diskriminierungsfrei zugänglich machen“, sagte eine Sprecherin der Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) zu WELT ONLINE. Zwar hätten die Betroffenen auch bisher ermäßigten oder sogar freien Eintritt zu vielen Veranstaltungen.
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Doch bisher müssen sozial Benachteiligte – wenn sie keine BVG-Trägerkarte haben – stets den gültigen Bescheid ihres Jobcenters mit sich führen. „Dann wissen die anderen an der Kasse, aha, der oder die bezieht Hartz IV, und alle Leute gucken einen an“, erläuterte die Sprecherin.
„Auch wer wenig Geld zur Verfügung hat, soll die vielen Angebote der Hauptstadt nutzen können“, sagte Knake-Werner (Linke) bei der Vorstellung des Passes. Viele Hauptstädter seien arm an Einkommen. Arbeitslosigkeit und finanzielle Sorgen könnten leicht zu Ausgrenzung und in die soziale Isolation führen.
Zahlreiche Menschen in den zwölf Bezirken der Hauptstadt müssten Freizeitaktivitäten, Kultur, Bildung und Sport streichen, weil das Geld nicht reiche, hieß es zur Begründung in der Senatsverwaltung.